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Polaris: Wie ein KI-Chat direkt im Projekt schreibt, statt nur zu antworten

Die Frage „Welche Vorgänge hängen an der verspäteten Steuerung?“ beantwortet jeder Chat-Assistent mit Projektzugriff. Die Anweisung „Verschiebe sie um acht Werktage, Montagebeginn bleibt“ setzt fast keiner um. Polaris, der KI-Chat in Aligia, setzt sie um. Dieser Artikel beschreibt, wie das …

Kategorie: KI im Projektmanagement

Die Frage „Welche Vorgänge hängen an der verspäteten Steuerung?“ beantwortet jeder Chat-Assistent mit Projektzugriff. Die Anweisung „Verschiebe sie um acht Werktage, Montagebeginn bleibt“ setzt fast keiner um. Polaris, der KI-Chat in Aligia, setzt sie um. Dieser Artikel beschreibt, wie das technisch funktioniert, welche Sicherungen eingebaut sind und wo die Grenzen liegen.

Was ist Polaris?

Polaris ist der eingebaute KI-Assistent in jedem Aligia-Mandanten. Es gibt nichts zu installieren und keinen Agent zu konfigurieren. Jede Nutzerin öffnet Polaris aus der Navigation und beginnt eine Unterhaltung. Jede Unterhaltung hat einen eigenen Verlauf, einen automatisch erzeugten Titel, eine Ungelesen-Markierung und kann Dateianhänge enthalten.

Der Unterschied zu einem Chat-Fenster, das lediglich ein Sprachmodell aufruft: Polaris hat Werkzeuge. Drei davon betreffen die Projektdatenbank.

Wie greift Polaris auf Projektdaten zu?

Werkzeug

Funktion

Sicherung

Datenmodell-Dokumentation

Liefert für jede Ressource die Felder, Typen, Pflichtfelder und Schreibbarkeit

Polaris muss die Struktur abrufen, bevor es liest oder schreibt

Lesen

Fragt Datensätze des Mandanten ab, mit Filtern, in Seiten zu 200 Zeilen

Polaris darf ein gekapptes Ergebnis nicht als vollständig ausgeben

Schreiben

Legt Datensätze an, ändert oder löscht sie

Mandantengebunden, im Aktivitätsverlauf sichtbar, nicht für Workflow-Definitionen (die haben ein eigenes Werkzeug mit Validierung)

Der Ablauf bei einer Anweisung wie „Lege für Anlage 4711 eine Aufgabe ‘Prüfprotokoll Schaltschrank‘ an, zugewiesen an Herrn M., fällig 3. November, im Arbeitspaket Inbetriebnahme“:

  1. Polaris ruft die Feldbeschreibung der Ressource „Aufgabe“ ab: welche Felder es gibt, welche Pflicht sind, wie Zuweisung und Arbeitspaket referenziert werden.
  2. Polaris fragt die Datenbank nach dem Projekt, dem Arbeitspaket „Inbetriebnahme“ und dem Projektmitglied „M.“, um die Referenzen aufzulösen.
  3. Polaris schreibt die Aufgabe mit den aufgelösten Referenzen.
  4. Polaris bestätigt im Chat, was geschrieben wurde. Die Aufgabe erscheint sofort in der Aufgabenliste und im Gantt, mit Polaris als Verursacher im Aktivitätsverlauf.

Fehlt in Schritt 2 etwas, etwa weil es zwei Projektmitglieder mit dem Namen M. gibt, fragt Polaris nach, statt eines auszuwählen.

Warum erfindet Polaris keine Daten?

Das ist die wichtigste Eigenschaft und sie ist kein Zufall. Die Systemanweisung von Polaris stellt eine Regel über alle anderen: Jede Antwort, jede Änderung, jeder Vorschlag basiert auf echten Daten. Wenn Polaris etwas nicht weiß, versucht es, die Information über seine Werkzeuge zu finden. Findet es sie nicht, fragt es nach. Für Schreibvorgänge gilt zusätzlich: Kann Polaris eine Information nicht aus vorhandenen Daten ableiten, verweigert es die Änderung, bis der Nutzer sie liefert.

Für eine Projektdatenbank ist das die einzige vertretbare Regel. Ein erfundener Liefertermin, der plausibel aussieht, ist gefährlicher als ein leeres Feld. Den sieht niemand als Fehler.

Was kann Polaris außer Lesen und Schreiben?

Polaris hat weitere Werkzeuge, die für den Projektalltag relevant sind:

  • Terminoptimierer steuern. Polaris kann ein Optimierungsszenario für ein oder mehrere Projekte anstoßen, vorab prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, das Ergebnis zusammenfassen und den Unterschied zum aktuellen Plan darstellen. Angewendet wird der Entwurf durch Sie, nicht durch Polaris.
  • Benachrichtigungen und Nachrichten senden. Polaris kann Nutzer im System benachrichtigen und Nachrichten in Projektkanälen schreiben.
  • Dateien anlegen und bearbeiten. Polaris kann Arbeitsdateien erzeugen, etwa eine Zusammenfassung oder eine Tabelle, die in der Unterhaltung sichtbar ist.
  • Teilaufgaben delegieren. Für längere Aufträge kann Polaris Unteragenten starten, die im Hintergrund arbeiten. Im Informationsbereich neben dem Chat sehen Sie die To-do-Liste, die laufenden Unteragenten und die erzeugten Dateien.
  • Produktdokumentation lesen. Fragen wie „Was bedeutet ein Gate in Aligia?“ beantwortet Polaris aus der Nutzerdokumentation, nicht aus dem Gedächtnis des Modells.
  • Skills und MCP-Werkzeuge nutzen. Alles, was Ihr Team ausdrücklich für Polaris freigegeben hat.

Was darf Polaris nicht, und wer entscheidet das?

Polaris hat ohne Freigabe keinen Zugriff auf Skills oder externe Werkzeuge. Jeder Agent-Skill und jeder MCP-Server hat einen Schalter „In Polaris verwenden“. Ein Skill, der für einen speziellen Agent gebaut wurde, taucht nicht automatisch im gemeinsamen Assistenten auf.

Für externe Werkzeuge gilt zusätzlich die Berechtigung pro Aktion. Jedes Werkzeug eines MCP-Servers steht auf Erlauben, Nachfragen oder Verweigern. Lesende und schreibende Werkzeuge sind getrennt gruppiert. Ein Administrator kann alle schreibenden Werkzeuge eines Servers mit einem Klick auf Nachfragen stellen.

Und: Polaris arbeitet auf Auftrag. Es läuft nicht von selbst los. Für wiederkehrende Abläufe gibt es Workflow-Definitionen, die heute manuell gestartet werden.

Kann ich statt Polaris einen eigenen Agent im Chat nutzen?

Ja. Beim Start einer neuen Unterhaltung wählen Sie statt des gemeinsamen Polaris einen aktiven Agent Ihres Mandanten. Die Unterhaltung läuft dann mit dessen Modell, Anweisungen, Skills und MCP-Servern. Ein Agent „Projekttriage“ mit der Anweisung „Prüfe bei jeder Meldung zuerst die betroffenen Gates“ verhält sich im Chat anders als der Allzweck-Assistent. Verlauf, Titel und Anhänge funktionieren identisch.

Praxisbeispiel: Systemintegration, Kundenänderung in Woche 12

Ein Systemintegrator mit 45 Mitarbeitenden baut eine Prüfzelle, Auftragswert 680.000 Euro, Laufzeit 26 Wochen. In Woche 12 ändert der Kunde die Schnittstelle zum Leitsystem. Betroffen: 9 Vorgänge in Software und Inbetriebnahme, ein Gate „Softwarefreigabe“ und die Bestellung eines Feldbus-Gateways.

Der Projektleiter schreibt in Polaris: „Kundenänderung Leitsystem-Schnittstelle. Lege ein Issue vom Typ Änderungsanforderung an, verknüpfe es mit dem Gate Softwarefreigabe. Erfasse in jedem Softwarevorgang nach dem Gate einen Kommentar mit Verweis auf das Issue. Lege eine Aufgabe ‘Gateway-Bestellung prüfen‘ für die Beschaffung an, fällig morgen.“

Polaris legt das Issue an, verknüpft es, schreibt neun Kommentare, legt die Aufgabe an und bestätigt jeden Schritt. Der Projektleiter prüft die Einträge und wendet sich der eigentlichen Frage zu: Was kostet die Änderung und wer trägt sie?

Vorher waren das rund 50 Minuten Eingabearbeit über drei Ansichten. Jetzt ist es eine Nachricht und eine Prüfung.

Fazit

Ein Chat, der antwortet, ist ein Nachschlagewerk. Ein Chat, der schreibt, ist eine Eingabemaske für alles, was Sie in Worten beschreiben können. Polaris ist das zweite, mit Datenmodellprüfung vor jedem Schreibvorgang, Mandantentrennung auf Datenbankebene und einer Regel gegen erfundene Werte. Die Verantwortung bleibt bei Ihnen. Die Tipparbeit nicht.

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Weiterführend: Warum KI im Projekt nur so gut ist wie ihre Anbindung an externe Systeme · Terminplanung mit KI: Warum ein Zeitplan aus echten Vorgangsdauern entstehen sollte